Work. Life. Balance. Ist das wirklich möglich?

26. Juli 2016

5 Min. Lesezeit

Mobiltechnologie hat das moderne Büro in eine rund um die Uhr laufende Maschine verwandelt – ist da überhaupt noch Raum für individuelle Bedürfnisse?

Work. Life. Balance. Ist das wirklich möglich? (Desktop)

„Ich beantworte nur noch schnell meine E-Mails, damit ich morgen gleich mit der Arbeit loslegen kann.“ Erkennen Sie sich darin wieder? Sicherlich haben wir alle schon einmal an einem Sonntagnachmittag oder Feierabend diese Idee gehabt, obwohl wir uns eigentlich entspannen sollten.

Durch die Fortschritte in Mobiltechnologie und Cloud-Technologie verwischt mobile Arbeit die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Wenn E-Mails während jeder beliebigen Tageszeit und sogar nachts eintreffen, ist nicht immer klar, wann es in Ordnung ist, die Arbeit zu beenden. Dies kann dazu führen, dass die Arbeitsbelastung ständig steigt und es immer schwieriger wird, abzuschalten.

Wenn sich Arbeit und Privatleben vermischen, steigt das Stressrisiko. In einer Studie der britischen Regierung wurde festgestellt, dass Frauen, speziell in den Altersgruppen 25-34 und 35-44, deutlich mehr unter Stress leiden als Männer.

Kleinere Unternehmen mit weniger als 50 Angestellten wiesen durchschnittlich 910 Fälle von arbeitsbezogenem Stress pro 100.000 Mitarbeiter auf. Bei mittleren Unternehmen (50 bis 249) gab es 1280 Fälle und bei großen Unternehmen (mehr als 250) 1550 Fälle.

Arbeitsausfälle wegen Stress, Depressionen und Angststörungen waren für 15,2 Millionen Ausfalltage im Jahr 2013 verantwortlich, verglichen mit 11,8 Millionen im Jahr 2010. In Deutschland werden 14 % der Ausfalltage von psychologischen Problemen wie Burnout verursacht. Der Anstieg betrug 50 % in den letzten zwölf Jahren.

Inzwischen plant die Regierung in Frankreich, wo mehr als drei Millionen Angestellte einem hohen Burnout-Risiko ausgesetzt sind, E-Mails außerhalb der Arbeitszeiten gesetzlich zu untersagen.

„Die Mitarbeiter gehen zwar nach Hause, aber sie lassen ihre Arbeit nicht zurück … Die Texte, Nachrichten und E-Mails beanspruchen einen immer größeren Teil des Lebens, bis die Person zusammenbricht.“ kommentiert der Parlamentsabgeordnete der britischen Sozialisten, Benoit Hamon.

Die Fähigkeit, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit herzustellen, erfordert die passende Technologie plus den Willen, die Erfahrung so einfach wie möglich zu machen.

So können Unternehmen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufsleben und Freizeit fördern

Ein wichtiger erster Schritt ist die Anerkennung, dass arbeitsbezogener Stress existiert. Richtlinien müssen entwickelt und am Arbeitsplatz gefördert werden, um das Bewusstsein für arbeitsbezogenen Stress zu schärfen, zusammen mit Maßnahmen zur Abhilfe bei akuten Stresssituationen.

In einer von Sage durchgeführten Umfrage wurden folgende Faktoren von Geschäftseigentümern als wichtig für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit angegeben:

  • 43 % flexibles Arbeiten
  • 40 % Unternehmenskultur
  • 7 % Technologie
  • 4 % Einstellung
  • 3 % kompetente Mitarbeiter

Es überrascht nicht, dass flexibles Arbeiten und Technologie unter den ersten drei Punkten sind, da sie so eng miteinander verknüpft sind. Eine nahtlose Erfahrung zwischen Büro und Zuhause ist unmöglich, wenn die verwendete Technologie die erforderliche Arbeitsweise nicht unterstützt.

Das bedeutet, dass wir aktuell nicht auf organische oder intuitive Weise arbeiten. Als Mitarbeiter können wir nur so gut arbeiten, wie unsere Geräte erlauben. Wenn Mitarbeiter gezwungen werden, sich der Technologie anzupassen, statt andersherum, wird das Potenzial der Belegschaft deutlich eingeschränkt. Ist die Durchführung jeder Aufgabe langsam, kompliziert und frustrierend, wird der Arbeitstag immer länger, der Stresslevel steigt und die Produktivität sinkt.

Die Produktivitätsvorteile der mobilen Arbeit werden durch ineffiziente Technologie eingeschränkt, die mehr schadet als nützt. Egal, ob jemand von Zuhause, einem Kundenbüro oder einem Café aus arbeitet – wenn die Technologie diese neue, flexible Arbeitsweise nicht unterstützt, leidet das Arbeitserlebnis darunter.

Flexible Heimarbeit anbieten

Wenn Sie jemandem die Möglichkeit geben, die Arbeit flexibel mit familiären Verpflichtungen zu verknüpfen oder eine lästige Pendelstrecke zu vermeiden, kann dies ein echter Lebensretter sein und unnötigen Stress und Druck eliminieren.

„Bei BT ist das flexible Arbeiten ganz normal. Sieben von zehn Mitarbeitern arbeiten flexibel und fast 10 % arbeiten von Zuhause aus. Dies sorgt beim Unternehmen für Einsparungen in Millionenhöhe durch gesteigerte Produktivität und geringere Kosten. Außerdem sind unsere Leute motivierter und zeigen mehr Potenzial.“ sagt Sir Christopher Bland, Vorsitzender der BT Group. Die zugrunde liegende Datenbasis ist beeindruckend:

  • BT-Heimarbeiter sind 63 % seltener krankgeschrieben als ihre Kollegen im Büro
  • Die Bindungsrate nach dem Mutterschaftsurlaub beträgt 99 %
  • Die Abwesenheitsquote liegt 63 % – 20 % unter dem britischen Durchschnitt

Oft führt die tägliche Fahrt zur Schule dazu, dass berufstätige Eltern ständig zu spät und gestresst zur Arbeit kommen – warum nicht ihren Arbeitsbeginn um 30 Minuten verschieben? Diese kleinen Details können Ihren Mitarbeitern den Tag erheblich erleichtern und fördern Produktivität und Loyalität.

Eine IDC-Studie fand einen direkten Zusammenhang zwischen flexibler Arbeit und Zufriedenheit. Befragte in Skandinavien (88 %), Österreich (84 %) und Spanien (81 %) – Ländern mit besonders hohen Anteilen an flexibler Arbeit – wiesen die höchste Zufriedenheit auf.

Eine Kultur der Offenheit fördern

Am modernen Arbeitsplatz voller Stress, mit begrenzten Budgets und engen Abgabefristen benötigen Mitarbeiter Verständnis und Unterstützung von ihren Arbeitgebern. Wenn Sie anerkennen, dass Ihre Mitarbeiter unter zusätzlichem Druck stehen, werden diese die Probleme eher ansprechen und sich von der Infrastruktur und anderen Problemen weniger überwältigt und frustriert fühlen.

Indem Sie herausfinden, was Ihren Leuten Stress verursacht, zum Beispiel unnötig komplizierte Prozesse oder veraltete Technologie, kann der Geschäftsbetrieb verbessert werden. Die mobile Arbeit mit ungeeigneter Technologie kann sich anfühlen wie eine „digitale Verbannung“. Zum Beispiel gaben 32 % der europäischen Befragten in einer Ensa-Studie an, dass mobile Arbeit ihren Zugang zu Firmeninformationen und die Beteiligung an Teamaktivitäten beeinträchtigt.

Eine zuverlässige, durchgehende Verbindung ermöglicht Teammitgliedern, über IM oder Videochat Kontakt aufzunehmen und sich mit Kollegen auszutauschen, um so dank einer nahtlosen Erfahrung gegenseitige Wertschätzung aufzubauen.

Dies funktioniert nur mit der passenden Technologie. Wenn es 20 Minuten dauert, sich mit einem Remote-Server zu verbinden und Unternehmens-Apps auf eigenen oder sogar Firmen-Mobilgeräten nicht funktionieren, verbringen Mitarbeiter ihre Zeit damit, die IT-Abteilung zu kontaktieren, anstatt gemeinsam neue Produkte und Prozesse zu entwickeln.

In einer Salesforce-Studie gaben 95 % der Geschäftsleiter mangelnde Zusammenarbeit und ineffiziente Kommunikation als wichtigsten Grund für Misserfolg am Arbeitsplatz an.

Gute Mitarbeiter vor schlechter Technologie schützen

Trotz der Anstrengungen und Initiativen von Unternehmen finden sich Mitarbeiter oft mit einer ungünstigen Situation ab und glauben nicht daran, dass diese sich ändern kann.

Schulen Sie Ihre Manager, Stress, Frustration und ungünstige Work-Life-Balance zu erkennen. Wenn ein ganzes Team nicht in Echtzeit kommunizieren kann, weil ihre Apps ständig die Verbindung verlieren, muss das darunterliegende Infrastrukturproblem angegangen werden.

Das kann dann sogar zu mehr persönlicher Zufriedenheit und Erfolg bei zukünftigen Projekten führen: 97 % der Angestellten glauben, dass ein schlecht aufeinander abgestimmtes Team den Erfolg von Aufgaben und Projekten beeinträchtigen kann.

Überprüfen Sie diese Aussagen selbst durch anonyme Mitarbeiterbefragungen, um herauszufinden, womit Ihre Leute Probleme haben, was ihnen bei der Arbeit für Ihr Unternehmen gefällt und wie Sie das Arbeitserlebnis verbessern können.

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