Von der Arbeit an der Rennstrecke: Neun Fragen an das KA-RaceIng Team

17. Oktober 2016

3 Min. Lesezeit

Über die vergangene Saison hat das KA-RaceIng Team die ZBook Studio G3 Mobile Workstation von HP ausgiebigst testen können. Erfolge haben sie damit auch gefeiert: Beim "Formular Student Germany" konnte sich das Team gegen 100 Konkurrenten durchsetzen. Die Mobile Workstation hat zwar nur einen kleinen, aber nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen.

Von der Arbeit an der Rennstrecke: Neun Fragen an das KA-RaceIng Team (Desktop)

Nervenkitzel, hohe Geschwindigkeiten, Testdaten und am Ende der große Erfolg. Wir haben Ihnen bereits von der Arbeit des KA-RaceIng Teams mit der ZBook Studio G3 Mobile Workstation berichtet. Nach ihrer wohl erfolgreichsten Saison (erster Gesamtsieg im Konstruktionswettbewerb der Fomula Student Germany in der Vereingeschichte) standen sie zum Interview bereit und gaben Tipps von der Rennstrecke, von denen der eine oder andere vielleicht auch bei Ihnen im Büro weiterhelfen könnte.

HP: Welche Anforderungen an die Technik habt ihr, wenn es um die Arbeit direkt an der Rennstrecke geht?

KA-RaceIng: Grundsätzlich stellen wir zwei Anforderungen an unsere technische Ausrüstung: Einerseits muss das Equipment sehr leistungsfähig und zuverlässig sein, um komplexe Rechenaufgaben, wie beispielsweise CFD Simulationen, durchführen zu können. Andererseits legen wir Wert auf Mobilität bei gleichzeitiger Robustheit, da wir viel an der Strecke arbeiten und in Echtzeit Daten analysieren. Aus diesem Grund benötigen wir Laptops, die auch mal auf dem Asphalt abgestellt werden können.

HP: Wie geht ihr mit Backups um?

KA-RaceIng: Sicherung spielt bei unseren sensiblen, sowie umfangreichen Daten eine große Rolle. Wir nutzen unterschiedliche IT-Lösungen, um eine smarte Datensicherung und vernetzten Datenzugriff zu ermöglichen: Die Testdaten liegen auf einem FTP-Server und unsere CAD-Software läuft auf einem PDM-System. Darüber hinaus verwenden wir eine GIT-Hub Lösung.

HP: Habt ihr besondere Lösungen wie externe Devices oder reicht euch die Workstation dabei?

KA-RaceIng: Für die Events eignen sich die Workstations aufgrund der hohen Mobilität bei gleichzeitig extremer Leistungsfähigkeit besonders gut. Wir benötigen außer einem CAN Bus Case, der uns mit dem Fahrzeug CAN-System verbindet, keine zusätzlichen Geräte und können uns so die Arbeit deutlich erleichtern.

HP: Wie werden die Daten vom Auto auf der Rennstrecke an den Rechner übertragen?

KA-RaceIng: Wir verwenden eine Livetelemetrie, die uns alle wichtigen Parameter über WLAN in Echtzeit in einer eigenentwickelten Software anzeigt. Außerdem werden alle Daten der Sensoren mitgeloggt und können anschließend über CANape oder Wintax genau analysiert werden. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, über WLAN direkt auf die Main Control Unit (MCU) zuzugreifen. Es können innerhalb weniger Sekunden einzelne Fahrzeugparameter geändert oder ein neues Regelungsmodell geladen werden, ohne dass der Fahrer aus dem Rennwagen steigen muss. Die Fahrt kann sofort mit den angepassten Einstellung weitergehen.

HP: Wer und wie pflegt ihr im Team eure IT?

KA_RaceIng: Generell pflegt jedes Mitglied selbst den Teil der IT, mit dem er/sie viel in Berührung kommt. Für einige Bereiche gibt es jedoch Experten, die sich intensiv damit auseinandersetzen, beispielsweise stellt die Serverbetreuung oder die Software der MCU je Auto ein eigenes Aufgabenpaket dar.

HP: Ist euch im Laufe der Saison mal was kurioses mit eurem Equipment passiert? Oder ging mal richtig was daneben? Was habt ihr im Anschluss unternommen?

KA-RaceIng:Vor einer Testfahrt vergaßen wir durch das kompakte Design beinahe eine der Workstations auf dem Heckflügel unseres Rennwagens. Glücklicherweise bemerkte einer unserer Ingenieure diesen Umstand rechtzeitig und so kamen sowohl wir als auch der Laptop mit einem Schrecken davon.

HP: Was ist die größte Herausforderung an die IT beim Autorennen?

KA-RaceIng: Während eines Rennens ist physischer Eingriff von außen auf das Auto nicht erlaubt. Umso wichtiger ist für uns daher die Live-Überwachung per WLAN. Die Verbindung konstant aufrecht zu erhalten stellt aufgrund der Größe der Strecke eine erhebliche Herausforderung für uns dar.

HP: Welche Rolle spielt die IT im sportlichen Wettbewerb mit anderen Teams? Wie und wo entstehen Vor- oder Nachteile?

KA-RaceIng: Wenn oben bei den Topteams die Luft dünn wird, entscheidet oft die Aerodynamik über die nötigen Zehntel. Für einen optimalen Luftstrom sind aufwendige Simulationen notwendig. Wer hier in hohem Maße rechenintensive Software nutzen kann, hat einen klaren Vorteil. Zuverlässige und detaillierte Resultate ermöglichen uns spezielle Betrachtungen, wie etwa die Kurvenfahrt, oder das Erstellen von Aeromaps - für effektive Innovationen unverzichtbar.

HP: Gab es Situationen in der Saison, in denen ihr ganz besonders von der Workstation profitiert habt und evtl. sogar euch eine bessere Platzierung/Zeit einfahren konntet?

KA-RaceIng: Wie oben bereits genannt, eine gute Aerodynamik auf Grundlage intensiver Simulationen macht uns um einiges schneller als andere Teams. Darüber hinaus profitieren von der hohen Leistung der Workstation besonders bei der Liveanalyse des Fahrers über Wintax. Eine schnelle Rohdatenkonvertierung versetzt uns in die Lage, den Fahrern effektives Feedback zu geben und Ihnen sekundenbringende Fahrstrategien zu empfehlen.

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