Mobile Arbeit oder Teamarbeit: Geht das zusammen?

25. Juli 2016

5 Min. Lesezeit

Wir alle wissen, dass die Zusammenarbeit der Schlüssel zu einer guten geschäftlichen Beziehung ist – aber macht das die mobile Arbeit zu einer Bedrohung der Bürokultur?

Mobile Arbeit oder Teamarbeit: Geht das zusammen? (Desktop)

Die besten Erfindungen wurden entwickelt, um Probleme zu lösen, welche die Menschheit schon immer plagten. Der Gedanke „Jetzt reicht's!“ ist ausreichend, um die Veränderung einzuleiten. Aber der Weg von der Inspiration zur Innovation wird selten alleine beschritten.

Alexander Graham Bell wird als Erfinder des Telefons angesehen. Aber kennen Sie auch das Team, mit dem er zusammenarbeitete, wissen Sie, worüber er mit seiner Frau beim Essen oder seinem besten Freund in der Kneipe gesprochen hat? Manchmal sind es die entspannten Momente einer völlig themenfremden Konversation, die zu den besten Ideen und letztlich zum Durchbruch führen. Das ist das Potenzial der Zusammenarbeit.

Bedeutet das, dass der Anstieg der mobilen Arbeit mit versteckten Kosten einhergeht? Sind diese Momente der persönlichen Begegnung, die zu den wichtigsten technischen Innovationen führten, jetzt nur noch Vergangenheit?

Es ist Zeit, mobil zu arbeiten

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die mobile Arbeit erhebliche Einsparungen ermöglicht. Über einen Zeitraum von neun Monaten berichteten Heimarbeiter von größerer Zufriedenheit im Beruf und nahmen 13,5 % mehr Anrufe als ihre Kollegen im Büro entgegen; das ist ein zusätzlicher Wochentag pro Mitarbeiter. Die Unternehmensbindung war höher (50 % weniger Fluktuation als bei Angestellten im Büro) und die Gesamteinsparungen während des Experiments betrugen etwa 1900 Dollar monatlich pro Mitarbeiter.

Als Gründe werden weniger Ablenkungen, früherer Arbeitsbeginn/späteres Arbeitsende und kürzere Pausen angegeben. Es überraschte nicht, dass auch die Anzahl der Krankschreibungen geringer war und zusätzlich zu Ersparungen beitrug: Schmerzen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates kosten in der EU 240 Mrd. Euro pro Jahr, was 2 % des Gesamt-BIP entspricht.

Andere Studien zeigten eine deutliche Steigerung der Verkäufe und der allgemeinen Produktivität. Alpine Access, ein großer, gänzlich online arbeitender Arbeitgeber, führt einen 30-prozentigen Anstieg der Verkäufe und eine 90-prozentige Abnahme der Kundenbeschwerden auf seine Heimangestellten zurück. Die Leistungen der mobilen Arbeiter bei American Express überstiegen deutlich die ihrer Bürokollegen: 26 % mehr Anrufe und 43 % mehr Geschäftsabschlüsse.

Finanziell sind das wichtige Vorteile, aber was halten Ihre Angestellten von der mobilen Arbeit? Ein schneller Blick auf die Ergebnisse der Randstad Sourceright Talent Trends Survey 2015 zeigt, dass die Büro-Befürworter klar in der Minderheit sind. Fast zwei Drittel (62 %) der Mitarbeiter der globalen Studie würden gerne von Zuhause aus arbeiten, und nur 35 % möchten jeden Tag ins Büro.

Wenn man detaillierter nachfragt, zeigt sich, dass eine flexible Arbeitszeit statt einer Standardzeit das Ideal ist. Dies wurde besonders bei den britischen Befragten (58 %) und der Millennium-Generation der 18-24-Jährigen (20 %) deutlich.

Dies wirft interessante Fragen über die Zusammenarbeit auf. Können Millenials mobil arbeiten und gleichzeitig den von ihnen bevorzugten kollaborativen, team-basierten Arbeitsstil pflegen? Eine neue Studie von IdeaPaint bestätigt, dass das möglich ist, allerdings nur mit modernen Tools und Methoden. 74 % ziehen die Zusammenarbeit in Kleingruppen vor, entweder digital über soziale Netzwerke und Wikis oder präsentiell. Allerdings sind 38 % der Meinung, dass veraltete Prozesse der Innovation im Weg stehen.

So arbeiten Sie kollaborativ und mobil

Wenn Sie die mobile Arbeit einführen möchten, ohne auf Bürokultur und Zusammenarbeit zu verzichten, müssen Sie ausreichend planen und vorbereiten. Dabei reicht es nicht, einfach die Dienstpläne zu ändern und sicherzustellen, dass die Kalender Ihrer Angestellten aktualisiert werden.

  1. Aktualisieren Sie Technik und Sicherheit.

    Ihre Mitarbeiter müssen außerhalb des Büros alleine und mit Kollegen effizient arbeiten können. Dazu brauchen sie technische Unterstützung. „Skype for Business“-Lizenzen reichen da nicht aus (obwohl sie sicherlich von Vorteil sind). Entwickeln Sie eine robuste IT-Infrastruktur, die Daten, Kommunikation und einfachen Zugriff auf sichere Weise kombiniert – und die global nutzbar ist.

    “Firmen stellen … grundlegende Hardware [wie] Laptop und Smartphone zur Verfügung, aber nicht alle Technologien, die für einen digitalen Arbeitsplatz erforderlich sind, wie WLAN, IM, Web-Konferenztechnik, Team-Arbeitsplätze und unternehmensinterne soziale Netzwerke“, sagt Sean O’Brien, Executive Vice President of Strategy bei PGi.

    Ganz gleich, ob der Arbeitgeber die Technologie zur Verfügung stellt oder Mitarbeitern gestattet wird, eigene Geräte zu nutzen – es ist unerlässlich, herauszufinden, was das mobile Team für seine Produktivität benötigt und wie bei der Fernarbeit die Sicherheit gewährleistet werden kann.

    Statistiken zeigen, dass einer von vier Angestellten in der EU die Sicherheitsrichtlinien missachtet, um mobil arbeiten zu können, und zwei von fünf berichten, dass ihnen bereits geschäftliche Geräte verloren gegangen sind oder gestohlen wurden. Daher ist die Einführung eines Cybersecurity-Trainings zugunsten Ihrer Datensicherheit unerlässlich.

    Ein Laptop und ein Smartphone sind für mobile Arbeiter das absolute Minimum. Sprechen Sie mit Ihrem mobilen Team und finden Sie heraus, was benötigt wird. Die Anforderungen von Administratoren und Call-Center-Mitarbeitern unterscheiden sich von denen mobiler Vorstände und Verkaufsmitarbeiter.

    Das Ziel ist, die den jeweiligen Arbeitsanforderungen entsprechende Technologie zur Verfügung zu stellen.

  2. Entwickeln Sie eine digitale Bürokultur

    Wenn Sie Ihre gut gepflegte Bürokultur nicht verlieren möchten, müssen Sie die Auswirkungen der mobilen Arbeit berücksichtigen. Die beste Maßnahme zum Schutz Ihrer Bürokultur ist die aktive Förderung von Technologien zur Digitalisierung dieser Kultur.

    Zum Beispiel könnten Sie mobile Arbeiter zu einem wöchentlichen Firmenmeeting einladen. Schicken Sie eine Einladung zu einer Videokonferenz über ein Programm wie Skype for Business, und geben Sie allen die Möglichkeit, teilzunehmen.

    IM-Programme ermöglichen die informelle Kommunikation zwischen Ihren Angestellten, wenn diese schnell Mitteilungen austauschen möchten. So können Ideen ausgetauscht, Freundschaften aufrechterhalten und die Zahl der gesendeten E-Mails reduziert werden.

    Vergessen Sie nicht, auch Vor-Ort-Meetings zu planen. Ob Sie einen neuen Geschäftsabschluss planen oder ein kreatives Projekt starten – Ihre Teams werden sich über die Chance freuen, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

  3. Legen Sie die Erwartungen klar fest

    Um die Planung zu vereinfachen und unbeantwortete Anrufe zu verhindern, müssen Sie Ihre Erwartungen bezüglich der Arbeitsstunden deutlich machen, bevor Sie Ihre Mitarbeiter mobil werden lassen. Flexible Arbeit bedeutet nicht „Komm wann du willst!“ Es geht darum, eine bessere Balance zwischen Privatleben und Arbeitsleben zu schaffen. Wenn jemand zwischen 10 und 19 Uhr anstatt zwischen 9 und 18 Uhr verfügbar ist, teilen Sie es dem Team mit.

    Informieren Sie Ihre Mitarbeiter, wann Sie sie brauchen, und legen Sie für Abwesenheiten eine minimale Mitteilungsfrist fest. Teams müssen miteinander kommunizieren und ihre Zeitpläne aufeinander abstimmen.

    Und stellen Sie sicher, dass im Unternehmen Ruhezeiten respektiert werden. Ständige Verfügbarkeit bedeutet nicht, dass Mitarbeiter ihre freie Zeit für das Unternehmen opfern müssen. Schließlich hat jeder Pausen verdient.

Drucken
Learn more about the HP Elite x3