Google und Sanofi - Mit der Cloud gegen Diabetes

7. Oktober 2015

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Diabetes ist eine der Krankheiten, bei der Technologie den Betroffenen helfen könne, meint Google. Der Internetriese arbeitet nun gemeinsam mit dem Pharmakonzern Sanofi an neuen Behandlungsmöglichkeiten.

Google und Sanofi - Mit der Cloud gegen Diabetes (Desktop)

Google will zusammen mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi bei der Behandlung von Diabetes zusammenarbeiten. Am Montag einigte sich der US- Internetriese mit Sanofi über die Zusammenarbeit bei der Behandlung der Krankheit, die weltweit rund 382 Millionen Menschen betrifft. Beide Unternehmen gaben keine finanziellen Details zu der Vereinbarung bekannt.

Diabetes sei genau die Art Krankheit, bei der Technologie den Patienten helfen könne, erklärte Andy Conrad, Leiter der Life-Science-Sparte von Google. Sie könne die Blutzucker- und Insulinwerte von Diabetikern verfolgen und ihnen Unannehmlichkeiten vom täglichen Pieks in den Finger bis hin zur Amputation von Gliedmaßen ersparen. Google wolle mit Sanofi daran arbeiten, bessere Möglichkeiten für Patienten und Ärzte zu entwickeln, die für die Behandlung der Krankheit bestimmenden Informationsquellen zu sammeln, zu analysieren und zu verstehen, teilte das Unternehmen mit.

Sanofi, weltweit die Nummer Eins bei Insulin, wolle an neuen Verabreichungsmethoden für Insulinpräparate zu arbeiten, darunter auch mit Bluetooth ausgerüstete Pens, die es dem Arzt ermöglichen, Zeitpunkt und Menge des vom Patienten genommenen Insulins zu beobachten.

Google und Sanofi wollen Produkte entwickeln, mit deren Hilfe Glukose-Werte im Blut in Echtzeit gespeichert und analysiert werden können, so dass Patienten und Ärzte schneller auf Spitzen- und Tiefwerte reagieren und damit Spätfolgen einer schlecht eingestellten Diabetes vermeiden können, darunter auch Herzinfarkte und Krebs.

Derzeit überprüfen Diabetes-Patienten mehrmals täglich ihre Blutzuckerwerte durch kleine Stiche in einen Finger und Überprüfung des austretenden Blutstropfens mittels eines Teststreifens in einem Messgerät. Darüberhinaus müssen die Patienten Nahrungsaufnahme und Bewegung berücksichtigen, um ihren Insulinbedarf zu berechnen - die kombinierten Anforderungen führen dazu, dass mehr als die Hälfte der Diabetiker nicht ihrer Zielwerte erreichen, wie aus einer 2013 veröffentlichten Studie hervorgeht.

Geräte, die die Blutzuckerwerte kontinuierlich überprüfen und die Daten in eine Cloud hochladen, ermöglichten es den Patienten, weg von einer reaktiven und episodischen Behandlung hin zu einer proaktiven und vorbeugenden Behandlung zu kommen, erläuterte Conrad. „Ein Gramm Vorbeugung wiegt ein Pfund Heilbehandlung auf.“