Die neuesten Smartphone-Trends

22. Februar 2016

4 Min. Lesezeit

Top-Smartphones sind fast so schnell wie PCs, filmen in Ultra HD und spielen Musik in audiophiler Klangqualität ab. Was die Technik zu bieten hat, wer die neuen Mitbewerber sind.

Die neuesten Smartphone-Trends (Desktop)

Roman Walther (Name geändert) muss lächeln, wenn er sein Lieblings-Handy vorzeigt. Das ist nämlich kein topaktuelles Hightech-Smartphone, sondern ein schon gut zehn Jahre altes Motorola Razr V3, ein flaches Klapphandy. „Passt in die Hosentasche, und der Akku ist nicht tot zu kriegen“ , sagt er. Ein Smartphone besitzt Walther trotzdem, ein preiswertes Motorola G mit 4,5-Zoll-Display. Das benutzt er meist auf dem Weg zur Arbeit für WhatsApp-Nachrichten oder um Online-News zu lesen. Und da wäre noch das Diensthandy, ein Samsung Galaxy S5, das ihm sein Arbeitgeber zur Verfügung stellt.

Roman Walther ist mit seiner Vorliebe für das betagte Klapphandy nicht gerade der Lieblingskunde der Smartphone-Industrie, andererseits aber durchaus typisch für die Art, wie in Deutschland Handys genutzt werden. Die Marktforscher von Gartner beispielsweise haben in einer Umfrage herausgefunden, dass immer mehr alte Mobiltelefone nicht mehr in die Schublade wandern, sondern weiterverkauft werden. Gartner-Analystin Meike Escherich erklärt, dass 41 Prozent aller gebrauchten Smartphones einen neuen Besitzer fänden.

Was nicht heißt, dass die Leute keine Smartphones mehr kaufen: Laut Gartner werden 2016 voraussichtlich fast zwei Milliarden Mobiltelefone verkauft. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens GfK geht der Trend keineswegs nur zu teuren Modellen.

Wichtig ist den Käufern zum einen, dass das Gerät die schnelle Mobilfunktechnik LTE unterstützt. Zum anderen sind Displays mit einer Größe von mindestens 5 Zoll hoch im Kurs. Allein im ersten Quartal 2015 wurden laut GfK weltweit 166 Millionen Smartphones mit mindestens 5 Zoll Displaygröße verkauft.

Die wichtigsten Technik-Trends

Um sich auf dem Milliarden-Markt zu behaupten, versuchen die Hersteller immer neue Trends zu setzen. Gerade bei den teuren Modellen versuchen Hersteller wie LG, Samsung oder Motorola ihre Topmodelle mit edlen Metallgehäusen oder gebogenen Displays auszustatten und so ein exklusives Image zu kreieren.

Zugleich setzen viele Hersteller auf Hightech-Funktionen. So gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Geräten, die den Zugang mit Iris-Scanner oder Fingerabdrucksensoren schützen.

Ein anderer Trend lautet: Corning Gorilla Glas. Das weitgehend bruchsichere und kratzfeste Display-Glas wird inzwischen von fast jedem Hersteller bei den Topmodellen verbaut. Auch der deutsche Hersteller Gigaset, noch ganz neu auf dem Smartphone-Markt, setzt bei seinem Modell Me Pro auf das Spezialglas mit dem verkaufsträchtigen Namen.

Einen weiteren Megatrend bilden die immer besseren Displays und Kameramodule: Sony hat gerade mit dem Xperia Z5 Premium das erste Smartphone mit hochauflösendem 4K-Display auf den Markt gebracht, das Filmen in 4K oder Zeitlupe beherrschen auch schon einige Modelle. Viele Hersteller bieten zumindest Full-HD-Displays. Kameramodule mit hochwertigen Glaslinsen und 20 Megapixel Auflösung gehören bei den Topmodellen fast schon zum guten Ton. Ein Beispiel hierfür wäre das HTC One M9.

Auch für die Fans von hochwertiger Musikwiedergabe gibt es gute Nachrichten. Immer mehr Handys beherrschen die Wiedergabe von hochauflösenden Musikformaten und machen damit teuren Musikplayern Konkurrenz. Die Tage von MP3 sind gezählt. Beispiele hierfür wären etwa das Axon Elite von ZTE, das One A9 von HTC oder das Xperia Z5 Premium von Sony.

Die Smartphone-Typen

Inzwischen drängen auch immer mehr chinesische Hersteller auf den deutschen Markt. Nach Huawei und ZTE sind auch Hersteller wie Xiaomi oder Icefox in Deutschland präsent. Jüngstes Beispiel ist Coolpad. Der chinesische Hersteller startet im Februar mit seinen Modellen Porto und Modena. In Sachen Technik müssen sich die Chinesen nicht mehr hinter den etablierten Unternehmen wie Samsung oder Apple verstecken. Das Huawei Mate 8 beispielsweise beeindruckt mit schnellem Achtkernprozessor und Fingerabdrucksensor.

Für die Verbraucher öffnet sich also ein wahres Smartphone-Paradies. Wer sich ein solches Gerät anschaffen will, hat im Prinzip die Wahl zwischen folgenden Gerätetypen:

Hightech-Smartphone im Luxus-Design

Diese Mobiltelefone bieten Spitzentechnik wie hochwertige Kameras, Full-HD-Displays und exklusives Gehäuse-Finish. Beispiele: Apple iPhone 6S oder Samsung Galaxy S6 Edge.

Multimedia-Handy

Hier kommt es weniger auf den exklusiven Look an, sondern für die Eignung als mobile Entertainment-Maschine. Solche Modelle haben in der Regel ein großes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung, einen schnellen Achtkernprozessor, eine gute Digicam und ein hochwertigen Audio-Chip, der Musik in High-Res-Qualität abspielt. Beispiele: LG V10 oder ZTE Axon Elite.

Outdoor-Smartphone

Diese Geräte sind meistens etwas dicker und klobiger, dafür aber vor Wasser und Staub geschützt und außerdem stoßfest. Beispiele: Kyocera Torque, die Cat-Modelle von Bullit Mobile oder das Samsung Xcover 3.

Allround-Smartphone

Diese Modelle sind preiswerter, auf Features wie Metallgehäuse, High-Res-Audio-Chip oder Achtkernprozessor muss man verzichten. Andererseits laufen die meisten Apps problemlos und für den Smartphone-Alltag mit WhatsApp und Online-News reichen die Geräte völlig aus. Beispiel: Microsoft Lumia 550.

Business-Smartphones

Die Geräte für die Mitarbeiter von Unternehmen bieten spezielle Sicherheitsfeatures und lassen sich ins Unternehmens-Netzwerk einbinden. Die Bereiche für private und berufliche Nutzung sind auf der Bedienoberfläche getrennt. Als Beispiel wären das iPhone oder die Samsung-Galaxy-Serie zu nennen. Bei Modellen wie Blackberry Classic oder Lumia 950 von Microsoft kann der Anwender die Display-Anzeige auf einen externen Monitor übertragen. Schließt er dann noch Maus und Tastatur an, hat er im Verbund mit Office-Apps einen nahezu vollwertigen PC-Arbeitsplatz. Klassisches Handy: Viel mehr als telefonieren und SMS schicken kann man mit diesem Gerät nicht. Dafür sind sie extrem kompakt, und der Akku hält extrem lange. Ideal als Zweithandy oder für alle Situationen, wo man kein Riesentelefon mitschleppen aber doch erreichbar bleiben möchte. Beispiel: Kazam Life C5 oder Samsung E1200i.

Der Handy-Exot

Dazu gehören beispielsweise die selten gewordenen Modelle mit physischer Tastatur wie der Blackberry Classic, der immer noch eine kleine aber treue Fangemeinde hat. Oder auch der Blackberry Passport mit seinem ungewöhnlichen quadratischen Format. Oder auch Wine Smart von LG Electronics, ein Klapphandy mit Tastatur, Touchdisplay und Android-Betriebssystem.

Fairphone, das ethische Handy

Das Fairphone ist eigentlich ein normales Mittelklasse-Smartphone mit Android. Das niederländische Fairphone-Projekt versucht aber, bei der Produktion ohne Ausbeutung von Arbeitskraft und vor allem ohne Kinderarbeit auszukommen. Sollte auch die zweite Generation Fairphone 2 Erfolg haben, werden etablierte Hersteller vielleicht nachziehen.

Man sieht, die Auswahl ist groß und die Vorlieben der Nutzer vielfältig. Auch Roman Walther spielt mit dem Gedanken, sich im kommenden Herbst ein neues Smartphone zuzulegen. Möglicherweise ein Gerät mit 5,5-Zoll-Display, LTE und guter Kamera. Sein altes Klapphandy wird er aber trotzdem behalten.

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