Deutsche Wirtschaft holt bei Digitalisierung auf

24. November 2015

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Die deutsche Wirtschaft hat bei digitalen Anwendungen Luft nach oben. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsministeriums. Keine Überraschung: Die IT-Branche weist den höchsten Digitalisierungsgrad auf.

Die Unternehmen in Deutschland haben einer Studie zufolge bei der Digitalisierung deutlichen Nachholbedarf. Die Zahlen zeigten, dass noch Luft nach oben sei, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig bei der Präsentation des Monitoring-Reports "Wirtschaft Digital" am Freitag in Berlin. Zwar zeige der Trend nach oben, doch der Rest der Welt schlafe nicht. Die deutsche Wirtschaft müsse daher zulegen. Dem Bericht zufolge erreicht der Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft 49 von 100 möglichen Punkten. Das Tempo sei verhalten und führe bis 2020 zu einem Ausbau auf 56 Indexpunkte, heißt es in der von TNS Infratest und dem ZEW Mannheim erstellten Studie.

Wegbereiter seien die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie die Internetwirtschaft. Dennoch landen sie im internationalen Vergleich der zehn führenden digitalen Volkswirtschaften mit 53 von 100 möglichen Punkten gerade im Mittelfeld (Platz 6).

An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Südkorea. In Deutschland gelten die Finanz- und Versicherungsdienstleister als überdurchschnittlich digitalisiert. Der Handel sowie die Energie- und Wasserversorgung bewegen sich im Mittelfeld.

Maschinenbau holt auf

Unterdurchschnittlich digitalisiert sind der Erhebung zufolge die Bereiche Verkehr und Logistik sowie die Pharma- und Chemiebranche. Auch der Maschinenbau fällt darunter, er zeigt aber ein hohes Aufholtempo. Stark unter dem Durchschnitt liegen die Einrichtungen im Gesundheitswesen sowie der Fahrzeugbau.

Mit mehr als 92.000 Unternehmen und mehr als einer Million Erwerbstätigen sei die IKT-Branche ein bedeutender Zweig der deutschen Wirtschaft, erklärte das Wirtschaftsministerium, in dessen Auftrag die jährliche Studie erstellt wird. Investitionen in Höhe von 15,8 Milliarden Euro 2014 trügen maßgeblich zum Wachstum der Gesamtwirtschaft bei. Mit einem Anteil von 4,6 Prozent an der gewerblichen Wertschöpfung liegt sie vor der Traditionsbranche Maschinenbau (4,4 Prozent) und knapp hinter dem Fahrzeugbau (5,3 Prozent).