Das Büro ist tot. Es lebe das Büro.

28. Oktober 2016

3 Min. Lesezeit

Ihr Büroraum langweilt Sie? Keine Sorge – so geht es den meisten. Wir wissen Bescheid, aus welchen Trends das Büro der Zukunft erwächst und warum „zur Arbeit gehen“ bald etwas ganz anderes heißen wird.

Das Büro ist tot. Es lebe das Büro. (Desktop)

Hat sonst noch jemand graue Teppichböden, flackernde Neonröhren und unfassbar ungemütliche Stühle satt? Aber das muss überhaupt nicht sein. Das Büro, wie wir es kennen, wandelt sich zu einem Arbeitsplatz der auf die Menschen eingeht, anstatt sie eingehen zu lassen.

„Arbeitsplätze sollten so flexibel sein, dass Arbeitnehmer verschiedene Flächen und Bestimmungsorte nutzen können, die während des gesamten Arbeitstags Bewegung erfordern. Obwohl viele Unternehmen diese Gesichtspunkte bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes berücksichtigen, muss dieser holistische Ansatz stärker im Bewusstsein verankert und umgesetzt werden,“ so Joan Blumenfeld, Principal, Perkins & Will.

„Eine sinnvoll gestaltete Umgebung kann die körperliche und geistige Gesundheit fördern“, erklärt Steve Delfino, Vizepräsident für Corporate Marketing und Produktmanagement bei Teknion. „Design und Architektur müssen heutzutage eine ethische Verantwortung übernehmen und haben die Gelegenheit, mehr als nur nachhaltig zu agieren ... wir müssen in allen Bereichen humanistische, biophile und wirtschaftliche Grundsätze einbringen.“

Die Art und Weise, wie wir arbeiten, wandelt sich und immer mehr verrichten ihre Arbeit von remote. Das Büro ist nicht mehr so sehr ein erzwungener Knotenpunkt als vielmehr ein Ort für Kooperation, eine Gelegenheit, Ihre Marke für Kunden auf beeindruckende Art greifbar zu machen. Und es ist eine Inspirationsquelle und ein Ansporn für Angestellte.

Zwei Drittel der Bevölkerung werden bis 2050 in Städten leben, wodurch das Platzangebot in überbevölkerten Ballungsräumen immer umkämpfter wird. Studien zeigen, dass auf der ganzen Welt städtische Gebiete täglich um die Gesamtfläche Manhattans anwachsen – praktisch eine Verdreifachung bis 2030. Wird Unternehmen etwas anderes übrigbleiben, als eine weniger starre und zentralisierte Arbeitsplatzgestaltung?

Warum ins Büro, wenn man von überall aus arbeiten kann?

Citrix schätzt, dass bis 2017 etwa 50 % der Unternehmen eine offizielle Richtlinie für Telearbeit haben werden. Darüber hinaus wird es 2020 für 70 % der Menschen genauso üblich sein, Telearbeit zu leisten, wie im Büro zu arbeiten. Geschäftsführer und Innenarchitekten müssen also überlegen: „Wie können wir dafür sorgen, dass die Menschen die Zeit im Büro ebenso genießen und ebenso produktiv nutzen wie die Telearbeit?“

„Büros werden zu Orten der Kooperation und Verknüpfung. Wir sind soziale Wesen und unsere Kultur verlangt Berührungspunkte“, so Citrix Vizepräsidentin Jacqueline de Rojas.

Natürliches Licht, offene Freiräume und genügend Bereiche, in denen Menschen ihre ideale Arbeitsweise entdecken können, sind entscheidend, wenn jeder die bestmögliche Leistung erbringen soll.

Nicht nur die Raumnutzung verändert sich – das alte Konzept „ein Schreibtisch für jeden“ gehört in einigen der innovativsten Unternehmen der Welt zunehmend der Vergangenheit an. Lego zum Beispiel hat dieses Konzept komplett überworfen. Stattdessen wurde dort ein System eingeführt, bei dem niemand einen festen Schreibtisch hat und der Wirkungsort von der Tätigkeit abhängt.

„In unserer Umfrage vom Mai 2016 gaben 88 % der Mitarbeiter an, dass ihnen die freie Wahl des Arbeitsplatzes gefällt. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Umgebungen, je nach Aufgabe oder Befinden – darunter eine ruhige Bibliothek, einen lebhaften Gemeinschaftsraum mit Hintergrundmusik, Sessel in gemütlichen Ecken oder große Tischreihen für die Team-Arbeit“, sagt Sophie Patrikios, Senior Director bei Lego.

Auch anderswo verschwinden Wände und werden offene Freiräume geschaffen. „Nicht nur die Massenbüros mit Trennwänden verschwinden“, erklärt Scott Lesizza, Geschäftsinhaber bei Workwell Partners, „auch die Reihentische, die an ihre Stelle traten, weichen einer freien Sitzeinteilung.

„Es wird auch mehr ovale Schreibtische geben, an denen sich vier bis sechs Kollegen besser versammeln können, und eine Zunahme an höhenverstellbaren Tischen für Meetings im Stehen“, sagt er.

Das Büro der Zukunft

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Tage des traditionellen Büros gezählt sind. Tatsächlich aber ist es die Kultur, die sich verändert.

„Wir haben bereits aufgezeigt, dass Arbeit nicht mehr der Ort ist, zu dem man geht, sondern etwas, das man tut“, sagt Senior Director Sophie Patrikios von Lego.

Das ist nicht das Ende einer Ära, sondern eine Umorientierung zu einer flexiblen Arbeitsweise, die den Mitarbeitern mehr Einflussnahme ermöglicht und zu mehr Zufriedenheit führt. Was die Zukunft auch bringen mag, es ist klar, dass persönlicher Austausch und Zusammenarbeit immer im Mittelpunkt stehen werden.

Wollen Sie Ihr auf Zusammenarbeit ausgelegtes Büro der Zukunft gestalten? Entdecken Sie die neue Technologie, die das Büro der nächsten Generation mitprägt.

Drucken